Donnerstag, 25. Juni 2015

23. Tag

Ein fast perfekter Tag

100 km, D: 20,8 km/h, Fahrzeit: 4::8 h, 382 hm
Furuvik Camp

Geschlafen habe ich in der "Gruft" in Etappen. Das Frühstück war ok. Am Nachbartisch saß ein Paar aus der Schweiz, aus Luzern. Sie sind auf einer Rundreise mit dem Auto und hatten in Stockholm kein Zimmer mehr bekommen und sind deshalb nach Uppsala ausgewichen. Jetzt wollten sie mit dem Zug zu einem Tagesbesuch nach Stockholm.
Der Himmel war grau beim Start. Ich fuhr in kurz mit Windjacke in der Hoffnung, dass sich das nicht ändert. Außerhalb der Stadt ging es fast Schnurgerade gen Norden. Welche Überraschung - der Wind kam von schräg hinten und sorgte für ordentlichen Speed. Die Straße führte Stellenweise durch dichten Wald und war unheimlich breit, aber es gab so gut wie kein Verkehr. Diese Stille - ein Genuss. Dann plötzlich ein heller Fleck auf der Straße. Tatsächlich, die Sonne hatte ein Loch durch die Wolken gefunden, leider nur kurz. Doch ab km 62 kam sie dauerhaft zum Vorschein bis 15 km vor dem Ziel. Eine dunkle, schwangere Wolkenfront schob sich davor und erleichterte sich in Form von Regen bis zum Ziel. Dort wartete ich mit dem Aufbau bis wieder Sonnenschein den Himmel erhellte. Jetzt sitze ich unweit vom Camp auf der Terrasse eines Restaurants direkt an der Ostsee und habe gerade gegrillten Lachs in Hummersoße mit Kartoffeln verspeist. Man war das lecker.
Werde gleich bezahlen, da wieder dunkle Wolken den blauen Himmel bedecken. Möchte aber trocken zum Zelt zurückkommen.
Als ich zum Bezahlen in das Restaurant rein ging, traute ich meinen Augen kaum. Da war ein Buffet aufgebaut vom Feinsten. Ein Glück, dass ich das vorher nicht gesehen hatte. Da würde ich jetzt noch sitzen und hätte  morgen sicherlich Probleme auf das Rad zu kommen. Das Lokal heißt Furuviks Brygga und ist absolut empfehlenswert. Mein Lachs samt Cola und Wasser hat 18,00 Euro gekostet. Preiswert im wahrsten  Sinne des Wortes.
Übrigens habe ich bisher 1.826 km gestrampelt. In etwa die gleiche Menge wären noch bis zum Nordkap zu bewältigen. Mal sehen was sich ergibt. Die Stimmung und damit auch die Motivation gehen mal rauf und mal runter. Heute Morgen war sie nicht sonderlich. Vielleicht lag es an dem Zimmer. Als ich aber aus der Stadt war und den Rückenwind verspürte, sah es ganz anders aus.
Jetzt liege ich schon im Zelt schlafbereit. Habe es geschafft noch vor dem wieder einsetzenden Regen mich zu richten.
Ich muss sagen, das war heute ein fast  perfekter Tag. 

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